Tipps für Immobilienfotos

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Ich freue mich, dass Du auf meinem Beitrag gelandet bist. Ich verdiene mein Geld als Immobilienmakler und als Dienstleister für Virtuelle Rundgänge, sowie gewerbliche Fotografie. Zu oft sehe ich in Inseraten leider unschöne Fotos von Häusern, Gewerbeflächen und Wohnungen von Immobilienmaklern und Privatpersonen. Gerne gebe ich Euch ein paar Tipps, wie Ihr Eure Immobilie etwas besser präsentieren könnt. Es besteht hier nicht der Anspruch auf die Wissensvermittlung auf Niveau eines Berufsfotografen, es soll Dir aber ein paar grundlegende Ratschläge an die Hand geben.

Die Ausrüstung für Immobilienfotos

Du hast das neueste iPhone mit einer tollen Kamera? Glückwunsch! Aber um ein Haus oder eine Wohnung zum bestmöglichen Preis zu verkaufen, solltest Du über die Anschaffung einer spiegellosen Digitalkamera nachdenken. Fotografie macht viel Spaß und Du wirst die Kamera auch im Urlaub nutzen und viel schönere Fotos als mit dem Handy machen. Glaube mir, die Investition lohnt sich. Zudem kann die Fotografie in der Natur und in der Stadt meditativ wirken. Wirklich!

Ich arbeite zum Beispiel oft mit einer Canon EOS R mit einem 16mm Weitwinkel-Objektiv und dem Standard 24-105mm Zoom-Objektiv. Diese Kamera ist schon eine Investition. Es reicht bereits eine Canon EOS R7 mit einem 18-150mm Objektiv aus. Ich empfehle definitv eine spiegellose Systemkamera mit mindestens 20Megapixeln Auflösung (20MP) und der Möglichkeit in RAW-Format aufzunehmen. Dies ist wichtig für die Nachbearbeitung der Fotos. Je geringer die Brennweite eines Objektives ist (z.B. 18mm, 35mm) je mehr bekommst Du auf Dein Foto. Ab 50mm zoomst Du eher heran im Vergleich mit Deiner persönlichen Wahrnehmung.

Dazu gehört unbedingt ein Stativ mit Kugelkopf. Es muss nicht direkt das teuerste von Manfrotto sein. Es gibt bereits gute Dreibein-Stative (Tripod) im Fotofachhandel und im Onlineshop für unter 100 Euro.

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Immobilien fotografieren

Kameras stellt man mit den Parametern für Blende, Belichtungszeit und ISO ein. Anfänger und Gelegenheitsfotografen nutzen die automatischen Modi, was ich nachvollziehen kann. Für Immobilien und Landschaften, solltet Ihr Euch in den komplett manuellen Modus trauen! Die Kamera beisst nicht!

Die Blende ist der Verschluss, der die Öffnungsgröße auf den Fotosensor einstellt. Stell Dir das so vor, als wenn Du Deine Augen zusammen kneifst, um etwas schärfer zu sehen. Genauso verhält es sich mit der Blende. Komplett geöffnet lässt die Blende viel Licht herein, fast geschlossen lassen die Blendenlamellen nur einen Teil des Lichtes herein und das Ziel wird aber schärfer. Je kleiner die Zahl der Blende, desto offener und heller ist die Öffnung Deiner Kamera.

Die Belichtungszeit sagt aus, wie lange der Sensor ein Bild aufnimmt. Je länger, desto heller. In dunkleren Räumen empfiehlt sich eine längere Belichtungszeit mit Stativ, damit nichts verwackelt. Selbst Räume ohne Lampe können mit einer langen Belichtungszeit gut aufgenommen werden und die Nachbearbeitung holt alles raus. Und deshalb empfehle ich spiegellose Kameras, da man das Ergebnis direkt im Sucher bzw. auf dem Bildschirm der Kamera sieht. Bei einer Spiegelreflexkamera siehst Du die Realität im Sucher, aber nicht, wie Dein Foto vor der Aufnahme aussehen wird.

ISO ist eine künstliche Belichtung der Kamera bzw. des Sensors. Je höher der Wert, desto heller wird die Aufnahme, jedoch entsteht ein künstliches Bildrauschen auf der Aufnahme. Die schönsten Fotos entstehen mit einem ISO-Wert von 100. Gute Kameras liefern auch bis ISO 400 noch ein relativ rauschfreies Bild.

Versucht doch mal zu Hause Eure Räume zu fotografieren mit einer Blende von 7-11, ISO 100 und passt die Belichtungszeit je nach Helligkeit an. Bei den modernen Kameras wird unten im Sucher eine Helligkeitsmessung angezeigt. Der Punkt sollte mittig auf der Null sitzen für den Anfang. Für dunkle Räume mit Sonneneinstrahlung wird es komplexer: Das Thema HDR-Fotografie ist anspruchsvoller, aber ich erkläre es kurz. Du stellst die Kamera fest auf das Stativ und fotografierst, ohne Kameraposition oder Objektiv zu ändern. Nimm 3 Fotos auf: das erste leicht unterbelichtet, das zweite optimal und das dritte etwas überbelichtet. In der Fotosoftware kann man HDR-Fotos aus diesen 3 Aufnahmen zusammenführen und erhält somit ein balanciertes Foto.

Meine Kamera besitzt eine digitale Wasserwaage. So kann ich die Kamera auf dem Stativ ausrichten und erhalte eine gerade Aufnahme. Auch solltet Ihr in den Einstellungen immer die Rasterlinien (Drittel) einschalten. Sie dienen gut als Orientierung für die Komposition des Bildes. Besondere Gegenstände, wie ein Baum im Garten kann man zum Beispiel auf eine vertikale Drittellinie links und das Dach des Hauses mittig auf die obere Drittellinie legen und erhält eine gute Grundlage für eine Bildkomposition. Wenn Ihr große oder lange Räume fotografiert, versucht das Stativ genau in der Mitte aufzustellen. Die optimale Höhe liegt zwischen 1,20 Meter und 1,50 Meter. Handyfotos aus 1,80 Meter sind eher unvorteilhaft für die Raumpräsentation.

Fotografiere möglichst mit gerade Wänden, Dächern, Tischen etc. auf dem Foto. Das sieht aufgeräumter aus und strengt das Auge nicht so an. Weitere Hinweise: Klodeckel immer geschloßen, Räume sauber und aufgeräumt, Licht immer an, Haustüre geschlossen, persönlichen Unterlagen wegräumen, gerne mal ein gutes Buch oder Magazin auf einen Tisch legen, Blumen oder eine Schale Obst machen sich auch gut auf Fotos. Achte darauf, das man Dich nicht Spiegelungen sieht.

Nachbearbeitung der Immobilienfotos

Wichtig ist die Aufnahme der Fotos im RAW-Format. Warum? Es ist wie ein digitales Negativ und besitzt die größte Detailtiefe. Damit kannst Du in der Fotosoftware das meiste herausholen. Ich selber arbeite mit Adobe Lightroom. Ja, es kostet ein paar Euro, aber bringt eine Megaleistung und es gibt so viele Tipps, externe Werkzeuge und vorgefertigte Einstellungen wie kein anderes Fotoentwicklungsprogramm.

Es gibt keine Schema „F“ bei der Nachbearbeitung. Versuch es erstmal mit der automatischen Einstellung der Software. Ich senke oft das Licht, hebe die Schatten etwas an, senke einzelne Farben in der Helligkeit oder Intensivität und erhöhe ggfls. die gesamte Intensität der Farben. Wenn der Weißabgleich nicht stimmt und das Bild zu gelb oder zu blau ist, kann man etwas mit der Einstellung zum Weissabgleich korrigieren.

Die Fotos sollten unbedingt gerade sein. Wenn zuviel im Bild zu sehen ist, zoome mit der Skalierung hinein. In Lightroom gibt es das Werkzeug Upright, die ist ganz hilfreich, um das Bild etwas gerade zu rücken.

Beim Export der Bilder als JPG sollten diese an den längsten Seite ca. 4000 Pixel haben (4K) und für die Portale immer im Querformat gemacht werden. Die Qualität sollte gut sein und das Foto darf für den Upload auf die Immobilienportale ruhig zwischen 2 und 6 MB groß sein.

Immobilienfotograf

Luftaufnahmen der Immobilie

Drohnenfotos von schönen Grundstücken machen echt Eindruck beim Betrachter. Sie bieten auch die Möglichkeit, ein Grundstück als ganzes sichtbar zu machen. Jedoch benötigt man für eine Fotodrohne eine Versicherung und man muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt als Betreiber registrieren.

Kleine Drohnen mit einem Abfluggewicht von 249 Gramm oder weniger unterliegen weniger gesetzlichen Auflagen. Für schwerere Profidrohnen benötigt man zusätzlich einen Kenntnisnachweis und gegebenenfalls einen Drohnenführerschein. Informiere Dich vorher ausreichend, bevor Du eine Drohne kaufst! Eine Empfehlung für den Beginn ist die DJI Mini 3 Pro. Sie wiegt 249 Gramm und liefert erstaunlich gute Bilder. Unter Wahrung von den gesetzlichen Bestimmung und Genehmigung der Eigentümer, kann sie auch beschränkt in Wohngebieten eingesetzt werden.

In Gebieten, in denen ein Drohnenflug nicht möglich ist, setze ich ein Hochstativ ein und schraube eine Kamera oben drauf. Mit einer Ricoh Theta Z1 kann ich in 10 Metern Höhe ein 360 Grad Panoramabild schiessen. Mit dem richtigen Aufsatz setze ich einen beweglichen Kamerakopf ein und schiesse mit meiner Canon auch Fotos aus luftiger Höhe.

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Virtueller Rundgang als Onlinebesichtigung

Ganz spannendes und vielseitiges Thema! Ich nutze die Systeme von Matterport (USA), iGUIDE (Kanada) und 3D Vista (Spanien) für die Erstellung von Virtuellen Rundgängen. Erstbesichtigungen erfolgen somit zu jeder Zeit, bequem von überall und kontaktlos! Wer lässt schon gerne 20 Besichtigungen zu und will jedes mal vorher putzen und aufräumen?

Matterport ist der Marktführer und arbeitet mit einer speziellen 3D Kamera. Neben 360 Grad Fotos vermessen Lidar-Sensoren den Raum wie mit einem Laser und erstellen ein 3D Modell des Objektes von Innen. Das Ergebnis ist eine realitätsnahe Begehung der Immobilie. Matterport wird auch für Werbe- und Präsentationszwecke, sowie für Immobilienverwaltungen eingesetzt.

iGUIDE wurde speziell für die Immobilienpräsentation in 360 Grad mit Erstellung eines schematischen Grundrisses konzipiert. Eine 360 Grad Kamera und eine 360 Grad Lidar-Einheit nehmen den Raum Fotos für Foto auf.

3D Vista ist ein flexibles Programm, welches Sie mit 360 Grad Fotos aus Quellen wie Matterport, 360 Grad Kameras und Drohnenaufnahmen füttern können. Sie können somit eine individuelle Führung auch durch komplexe Grundstücke mit mehreren Gebäuden erzeugen, jedoch ohne 3D Darstellung. Somit wäre ein Beginn mit einem Drohnenpanorama möglich und sie besuchen dann die einzelnen Gebäude.

Matterport Fotograf

Das war nur grob an der Oberfläche gekratzt

Die Immobilienfotografie mit seinen Möglichkeiten ist noch viel größer und es gibt noch viel mehr zu erzählen. Ich hoffe, Du konntest zumindest eine Vorstellung gewinnen, wie Du das Thema anfängst. Auch das Thema Nachbearbeitung und Fotoretusche füllt dutzende Bücher und stundenlange Tutorials. Es gilt immer: Wer sich nicht traut, lernt nicht dazu.

Kontakt zum Fotograf

Ich stehe Dir gerne als Dienstleister zur Verfügung. Ich erstelle Virtuelle Rundgänge, fotografiere Immobilien und bediene Fotodrohnen. Einfach Anfragen und das Projekt kurz schildern. Gerne erstelle ich ein individuelles Angebot.

Michael Ruland
info@port360.de

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